BUllshit-Bingo

Die Versicherung gegen Berufsunfähigkeit (BU) zählt ohne Zweifel zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Darin sind sich alle einig:

  • Die Verbraucherzentralen,
  • Finanztest,
  • Karl Arsch vonne Rennbahn,
  • Du (jedenfalls sehr wahrscheinlich),
  • und zu guter Letzt: Ich.

Trotzdem höre ich in Beratungsgesprächen zu dem Thema immer, ständig und andauernd wieder folgende Sätze:

„Nee, mir passiert schon nichts.“

Ja nee, is klar! Selbst ein männlicher, alleinstehender Asket und Schreibtischtäter mit Normalgewicht kommt auf ein Risiko von 12%, irgendwann in seinem Leben mal berufsunfähig zu werden. In der Realität ist das Risiko meist deutlich höher. Individuell kannst Du Dir das völlig kostenlos auf der Website www.wie-ist-mein-bu-risiko.de ausrechnen lassen.

Der Denkfehler ist die Annahme, eine Berufsunfähigkeit wäre ein dauerhaftes Urteil – das ist für die meisten schwer vorstellbar. Folgerichtig schließen diese Leute dann bei nächster Gelegenheit eine Krebsversicherung ab – eine der größten Blödsinnigkeiten, die die deutschen Versicherer in letzter Zeit erfunden haben, aber eben gut vorstellbar.

Tatsächlich ist eine Berufsunfähigkeit meist vorübergehend. Ob durch einen vorübergehenden Burnout (sehr häufig), eine Krebserkrankung (zum Glück weniger häufig) oder einen Unfall (verhältnismäßig selten) – eine BU-Absicherung schützt Dich vor Einkommensverlusten in Zeiten, wo es Dir richtig dreckig geht. Das kann dauerhaft sein, ist es in vielen Fällen zum Glück jedoch nicht.

„Die zahlen doch eh nicht.“

Nicht ganz von der Hand zu weisen. Zwar gibt die deutsche Versicherungswirtschaft immer wieder mit hohen Leistungsquoten an, zuletzt waren es 78%. Das bedeutet aber im Umkehrschluss: Ungefähr jeder Vierte, der eine Leistung aus seiner BU-Versicherung beantragt, bekommt die nicht! Ich finde das auch erstmal abschreckend.

ABER (ja, großes aber): Die allermeisten Ablehnungen resultieren aus einer sogenannten „Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht“.

Was bedeutet das? Schließe ich mal eben auf die Schnelle im Netz eine BU-Versicherung ab und klicke mich durch die Gesundheitsfragen nach dem Motto „Wird schon gut gehen, kontrolliert doch eh keiner“, dann darf ich mich nicht wundern. Das wird im Leistungsfall nämlich sehr wohl und sehr genau kontrolliert. Stellt sich dann eine Angabe als falsch heraus, zahlt die Versicherung tatsächlich nicht – völlig zurecht.

Deshalb suchst Du Dir lieber einen guten Versicherungsmakler (Hallo, hier bin ich!), der Dich sicher und vernünftig durch den Antragsprozess führt. Dann kannst Du auch davon ausgehen, dass Deine BU-Versicherung zahlt, wenn Du sie brauchst.

„Der Staat zahlt doch für mich.“

Nope, das tut er nicht. Im Falle einer BU zahlt der Staat seit 2001 nichts. Null! Nada! Naja, nicht ganz, Hartz IV kriegst Du schon, aber das war es dann auch.

Erst, wenn Du ERWERBSunfähig bist und mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hast, erhältst Du eine Rente. Das gilt aber erst, wenn Du keine drei (volle Erwerbsunfähigkeit), bzw. keine sechs Stunden (teilweise Erwerbsunfähigkeit) mehr arbeiten kannst, und zwar in irgendeinem beliebigen Job. Die durchschnittliche Rente liegt hier bei 754 € für die volle, bzw. 412 € für die teilweise Erwerbsunfähigkeit. Große Sprünge sind mit dieser Minimalabsicherung nicht drin.

Zum Vergleich: Eine BU-Versicherung zahlt, wenn Du Deinen BERUF nicht mehr ausüben kannst. Es wird heutzutage normalerweise nicht geschaut, ob Du nicht vielleicht noch was anderes machen könntest, und Du kannst im Normalfall bis zu 70% Deines Gehalts absichern.

Solange Du allein für Dich lebst und für niemanden Verantwortung trägst, ist das alles kein Problem. Da kannst Du für Dich entscheiden, dass Hartz IV  im Zweifel völlig okay ist. Spätestens wenn Kinder dazukommen, wird dieses Modell ziemlich fahrlässig – die Kids müssen ja auch irgendwo von leben.

„Ja, aber das Geld ist ja weg, wenn ich nicht berufsunfähig werde.“

Jepp, das stimmt. Und Deine Kaskoversicherung zahlt Dir die Beiträge zurück, wenn Du keinen Unfall baust? Nein? Wieso versicherst Du Dein Auto denn dann?

„Aber das ist doch viel zu teuer.“

Da kommen wir jetzt zu des Pudels Kern. Letztlich geht es eigentlich fast immer ums Geld. Zugegeben, 80 € oder mehr im Monat tun schon weh. Aber mal im Ernst: Für Deine Vollkasko zahlst Du auch nicht viel weniger, und Dein Auto ist wahrscheinlich etwas weniger wert als Dein monatliches Gehalt für den Rest Deines Berufslebens, oder?

Um es mal in Zahlen zu bringen: Mal angenommen, Du zahlst für eine Absicherung über 2.000 € monatlich als Büroangestellter einen Beitrag von monatlich 100 €. Im Verhältnis zahlst Du also für einen Monat Auszahlung etwas über eineinhalb Jahre (genau 20 Monate) ein. Nehmen wir mal an, Du fällst wegen einer Krebserkrankung aus und erhältst für ein Jahr eine BU-Rente. Das entspricht einer Einzahlungszeit von zwanzig (!!!) Jahren. Nach einem Jahr Berufsunfähigkeit hast Du also die Summe erhalten, die Du in zwanzig Jahren eingezahlt hast. Im Durchschnitt dauert eine Berufsunfähigkeit übrigens drei Jahre.

Ich könnte an der Stelle ewig weitermachen, aber ich denke, wenn Du bis hierhin durchgehalten hast, ist der Punkt rüber gekommen. Wenn Du die Möglichkeit hast, Dein Einkommen abzusichern, dann solltest Du das tun. Eine BU-Versicherung ist dabei nach derzeitigem Stand der Dinge die beste Möglichkeit.

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